Kath.net – ist der Relaunch ein Erfolg?

Groß wurde er mehrmals angekündigt, Spenden wurden eingeworben. Und nun ist es geschehen: Kath.net hat einen Relaunch geschafft. Es wurde eigentlich auch Zeit. Das Design hat sich seit 2001 nämlich nur marginal geändert. Traurig ist die Erkenntnis, dass das Design von 2001 besser ist, als das Jetzige. Was ist schief gelaufen? Abgesehen davon, dass es keine Cookie-Notification gibt (stattdessen wird penetrant dazu aufgefordert Push-Benachrichtigungen zu akzeptieren), muss man einfach sagen: „Hallo, die 2000er haben angerufen, sie möchten ihr Design zurück!“.

Zur Dokumentation Quelle: kath.net, 14.05.2020

Zunächst wird der Nutzer mit Bildern mit zu wenig Abstand erschlagen. Hier wurde versucht, so viel Platz für Bannerwerbung zu generieren, wie irgendwie geht. Darunter leidet die Nutzererfahrung, User Experience (UX) genannt, enorm. Die Inhalte der Navbar sind nicht sichtbar. Hier wäre ein weißer Hintergrund schon ein Fortschritt. Die Schrift ist zu klein. Die Text-Boxen im unteren Content-Bereich sind zu eng aneinander. Die Schrift ist zu klein. Mobile First? Pustekuchen. Summa summarum: so ziemlich alles was man 2020 im Webdesign falsch machen kann, wurde falsch gemacht. Und das ist für ein Internetmedium mehr als peinlich. Unter Katholiken wäre es natürlich jetzt die feine lateinische Art, sich vertrauensvoll an die Redaktion, bzw. an den Chefredakteur, Roland Noé zu wenden, und ihm Hilfe anzubieten. Aber ich mache es nicht, sondern ich kritisiere das hier öffentlich. Warum?

Ein kritischer Blick auf kath.net

Die bisherige Erfahrung mit Kath.net hat gezeigt, dass Herr Noé nicht mit Kritik umgehen kann, obwohl er sie sehr gerne austeilt. Stattdessen erhält man patzige Antworten, weil man die Zeit des guten Mannes zu beanspruchen wagt. Außerdem sei man nur ein kleines Team und so weiter. Ein „OK, da haben wir etwas falsch gemacht, wir richten das wieder in Ordnung“, habe ich vonseiten kath.nets noch nie gehört. Kath.net behandelt sein eigenes Projekt als Heiligtum und die Kritik daran ist ein Sakrileg – eigentlich egal, ob berechtigt oder nicht. Noch dazu kommt, dass kath.net mittlerweile feuchtfröhlich unreflektiert Verschwörungstheorien verbreitet (sie verbreiten es unkommentiert, der Leuchtturm als Bildstilmittel sagt: hier gibt es Licht in der Dunkelheit) und in Österreich (!!) die Untergrundkirche herbeischreibt. Und das, weil die Bischöfe für ein paar Wochen von der legalen Möglichkeit Gebrauch machen und vom Messbesuch dispensieren. Traurig sowas. Am witzigsten finde ich es ja, dass sie indirekt (sowas machen sie ganz gerne indirekt) Bill Gates kritisieren (böser Impfaktivist), aber gleichzeitig über das Amazon Partnerprogramm nicht nur Spenden für sich selbst organisieren, sondern natürlich Umsätze für Amazon ranschaffen. Notiz am Rande: Jeff Bezos und seine Exfrau (aber immer noch Miteigentümerin, bzw. Shareholderin von Amazon), sind Mitzeichner der Kampagne „Giving Pledge“, die eng mit Bill & Melinda Gates zusammenarbeitet.

Ich würde kath.net dringend davon abraten, weiter beim Partnerprogramm in irgendeiner Form mitzuwirken.

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